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Ausstellung Orangerie VIII

“Schnittstellen”

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Zur Vernissage vom 26.4.

Zum Gespräch Nikola Jaensch

Zum Gespräch Jörg Heieck

26.April bis 10. Mai     Orangerie in Kirchheimbolanden
verlängert bis zum 17. Mai, geöffnet täglich 16 - 19 Uhr

Ja, das war unsere erste Corona-Ausstellung. Wir hoffen es bleibt die einzige. Dennoch war es ein Erlebnis und lehrreich. Es zeigte uns u.a. auch auf, welchen Stellenwert Kunst und Kultur in der Politik, Bund wie Länder, einnimmt. Und da müssen wir ganz dringend etwas ändern. Viele Städte und Gemeinden haben mit Phantasie und Engagement einiges auf die Beine gestellt, um schnell und unbürokratisch zu helfen.

Es besteht die Gefahr, dass sie dafür von Bund und Land bestraft werden: Es steht der Vorwurf im Raum, man hätte nicht genügend sorgfältig geprüft. Dazu passt die Aussage unserer Ministerpräsidentin, dass Sorgfalt immer vor Schnelligkeit stehen muss. Es gibt aber Situationen, wo man definitiv einfach nicht mal abwarten kann, weil sonst der Patient tot ist.
Im nächsten Jahr sind Wahlen und damit eine gute Gelegenheit, unsere Abgeordneten und Kandidaten mit dem Thema zu konfrontieren. Was vom Land bisher getan wurde, war nicht wirklich viel Hilfe. Zu wenig durchdacht, weit weg von der erlebten Realität, zu bürokratisch und mit so vielen Vorbedingungen verknüpft, dass die wenigsten Kulturschaffenden der freien Szene damit eine tatsächliche Hilfe erfahren. Wir hoffen immer noch, dass man sich eines Besseren besinnt.
Und die Perspektiven angesichts tiefroter Löcher in allen öffentlichen Haushalten lässt erahnen, dass von dort auf absehbare Zeit kein kulturelles Engagement mehr finanzierbar sein wird, auch wenn die Stadträte das wollen. Es sei denn, man räumt der Kultur den Stellenwert ein, den sie verdient und der im Übrigen in der Landesverfassung auch verankert ist: “Das künstlerische und kulturelle Schaffen ist durch das Land, die Gemeinden und Gemeindeverbände zu pflegen und zu fördern.... Die Teilnahme anh den Kulturgütern des Lebens ist dem gesamten Volke zu ermöglichen (Artikel 40/1)”.
Dennoch wird Kulturförderung von ADD und Rechnungshof stets als erstes aus den Haushalten gestrichen, wenn diese nicht ausgeglichen sind - was sie auf Jahre hinaus nicht sein werden. Diese Praxis muss dringend geändert werden.

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Gefundenes prägt die Bilderfindungen von
Nikola Jaensch. Denn freie graphische Techniken verbinden sich experimentell mit Collage-Elementen. Bildgewohnheiten werden von Jaensch abgelehnt und durch überraschende Zusammenstellungen sabotiert. Es entstehen surreale oder utopische, immer rätselhafte Bildräume, angereichert mit Chiffren der menschlichen Zivilisation sowie aus der Tier- und Pflanzenwelt. Die abstrakte Ebene der Bildkomposition und die Wirkung der verwendeten Materialien ist für das Funktionieren dieser Art von Poesie wesentlich.

Die 1973 in Würzburg geborene Künstlerin lebt und arbeitet in Mainz und am Bodensee. Ihre Arbeiten wurden in zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland präsentiert, wie zum Beispiel im Picasso-Museum Münster oder im Museum für Moderne Kunst Wien, und mehrfach mit Kunstpreisen ausgezeichnet, wie etwa dem Mainzer Stadtdruckerpreis (2004), dem Woldemar Winkler-Preis Gütersloh (2011) oder mit dem Kunstpreis des Zonta Club of Mainz (2016). Im Jahr 2020 wurde Nikola Jaensch ein Stipendium des Landes Rheinland-Pfalz zuerkannt für einen Aufenthalt in der Saline Royale d’Arc-et-Senans in Burgund/Frankreich.

www.nikolajaensch.wordpress.com

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Hier sind alle Arbeiten der Ausstellung versammelt. Anklicken für große Darstellung.
Wenn Sie gerne Bilder kaufen möchten, kontaktieren Sie uns: rg@reinhardgeller.de 
Wir leiten Ihr Interesse gerne weiter.
Wir haben die Ausstellung so aufgebaut, dass Sie durch die Fensterfront einiges gut sehen können. Kommen Sie vorbei. Zu den vorgesehenen Öffnungszeiten können wir aktuell noch niemanden einlassen. Aber wir dürfen ab dem 11.5. öffnen! Deshalb haben wir bis zum 17.5. verlängert und sind täglich von 16 Uhr bis 19 Uhr für Sie da. Kommen Sie! Es lohnt auf jeden Fall.

Anja Hantelmann über Collagen von Nicola Jaensch und die Fotografien „Crossings“ von Jörg Heieck
Auf Jörg Heiecks Fotografien kreuzen sich Straßen, Menschen kreuzen Straßen und Plätze zu Fuß, auf dem Rad, im Auto, kreuzen Blicke. Nebeneinander betrachtet kreuzen sich verschiedene Länder oder gar Kontinente. Kreuzen birgt Bewegung in sich, denn zwei oder auch mehrere Elemente kommen aus verschiedenen Richtungen aufeinander zu, überschneiden sich und entfernen sich voneinander. Es sind Panoramafotografien und doch handelt es sich um Ausschnitte, sowie zeitlich als auch formal. Menschen bewegen sich in die Szenerie hinein oder bewegen sich aus dem Format heraus – ein wenig wie auf Filmstills. Ich stelle mir das Davor und das Danach vor. Auch meine ich den Lärm zu hören, sogar das schreien des Babys auf einem der Plakate.
Großformatige Werbeflächen auf einigen Motiven bringen weitere Bedeutungsebenen hinzu. Anpreisungen von Konsumgütern, Botschaften, Ankündigungen kontrastieren zur restlichen Umgebung und zu den Menschen, die sich darin bewegen. Automatisch vergleiche ich mit hiesigen Straßenszenen. Die leeren Bildszenen sind mir momentan seltsam vertraut. Stehen und gehen die Menschen nicht zu eng zueinander? Es ist erstaunlich, wie sich Blickweisen binnen kurzem verändern.

Die Collagen von Nikola Jaensch kommen in diesem Zusammenhang wie Rückzugsgebiete daher. Textfragmente, alte Werbung/Anzeigen, Fotografien aus Magazinen verbinden sich mit zeichnerischen Elementen. Auch hier entwickeln sich durch Kombination neue Bedeutungsebenen. Es entstehen Räume wie in Träumen, in denen sich verschiedene, auch einander widersprechende Traumbilder aneinanderreihen, aufeinander aufbauen und am Ende ein spürbares Ganzes entstehen lassen. Jörg Heieck nimmt uns mit auf die Reise in entfernte Länder, Nikola Jaensch entführt uns ausserdem in Gedankenwelten, in denen wir entlangspazieren können. So bewegen wir uns durch alte Zeiten, unsere Kindheit, durch Märchen, durch kollektives Vermächtnis. Farbe und Zeichnung sind verbindende Elemente. Sie sorgen für Auflösung von Überschneidungen, Transparenzen lassen  Bildteile verschwinden oder auftauchen. Der Blick wandert, bewegt sich suchend durch die Bildräume und wird doch zu keiner konkreten Erklärung kommen.

Gerne würde ich die Arbeiten im Original sehen. Sicherlich ist die Farbigkeit anders als auf der digitalen Abbildung. Auch spielt das Format eine Rolle, das auf der Website leider nicht angegeben ist. Ich stelle mir die Collagen kleiner vor als die Fotografien, hoffe aber, dass sie groß genug sind, um mich darin verlieren zu können. Die Fotografien wiederum wünsche ich mir so groß, dass ich mich als Teil fühlen kann, wenn ich nah davor stehe.
Ich freue mich auf den Ausstellungsbesuch!

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Alle Bildrechte liegen bei den Künstler:innen. Kopieren verboten.

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Der Photograph Jörg Heieck findet Bildausschnitte, die ausdrucksstarke Kompositionen bilden. Er zeigt in der Orangerie Straßenkreuzungen aus seiner Serie CROSSINGS, die in den letzten zwanzig Jahren entstanden ist. Diese großformatigen Arbeiten wurden in einem Bildband bei Edition Cantz veröffentlicht.
Die schwarzweißen, analog erstellten Panoramaphotographien aus China, Japan, Russland, Israel, Indien oder Georgien zeigen Menschen in ihrem urbanen Kontext. Sie werden häufig durch monumentale Werbebanner und Schriftbilder geprägt. Diese Bilder im Bild gehen in der Ausstellung eine interessante Verbindung ein mit den Collagen von Nikola Jaensch.

Jörg Heieck, geboren 1964 in Münster, aufgewachsen in Otterbach, ist Photograph und promovierter Physiker. Er studierte in Frankfurt/Main, Schottland und den Vereinigten Staaten. Als Physiker war er mehrere Jahre für Agfa und die Europäische Kommission tätig. In Kaiserslautern lehrt Heieck Physik und Photographie. Er ist berufenes Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Photographie (DGPh). Seine Photographien werden im In- und Ausland ausgestellt und befinden sich in öffentlichen und privaten Sammlungen. Er hat mehr als zwanzig Bücher publiziert.

www.heieck.net

Derzeit ändern sich die Ansagen nahezu stündlich. Aktuell dürfen wir niemanden in die Ausstellung hinein lassen. Aber wir gehen davon aus, dass sich das ändern wird. Die nächste Konferenz der Ministerpräsident:innen mit der Bundesregierung wird sicher nochmal neue Optionen eröffnen. Deshalb stehen wir parat, das dann Mögliche auch zu tun. Wir wollen selbstverständlich niemanden in Gefahr bringen und werden deshalb die dann gültigen Empfehlungen ernst nehmen. Wir finden aber auch, dass Kunst in der Lage sein sollte, auch für solche Situationen kreative Lösungen zu finden. Die schlechteste aller Lösungen wäre, sich wegzuducken, bis alles vorbei ist. Das ist im Moment leider ein Standardreflex: “Wir verschieben das aufs nächste Jahr.” Das tut so tröstlich, weil man ja nichts absagen muss, man gibt eine nächste Chance. Aber ganz offen: Die Kunst braucht jetzt alle Unterstützung, nicht im nächsten Jahr. Und es wird wohl kaum der Fall sein, dass alle Veranstalter im nächsten Jahr dann doppelt so viele Ausstellungen, Konzerte, Feste machen. Auch 2021 hat ja keine 730 Tage, faktisch können Ausfälle nicht nachgeholt werden, das Wort “Verschiebung” ist da eine Täuschung.
Wir wollen deshalb nichts ausfallen lassen. Wir wollen situativ angepasste Formen von Kunst-Präsentation, -Vermittlung -Diskussion finden. Wer immer dazu eine zündende Idee hat, möge sie uns - und allen anderen Kunstvereinen und - initiativen mitteilen.

Kontakt: Kunstverein Donnersbergkreis e.V.   Vereinsregister VR11395 AG Kaiserslautern
Vorsitzender und Geschäftsführung: Reinhard Geller, Bahnhofstraße 14, 67308 Zellertal, Telefon: 06355 989411; EMail: rg@reinhardgeller.de

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